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Musik hat im Wertsystem der indischen Kultur eine ganz besondere Bedeutung. Das ganze Universum ist Musik. Die Musik der Sphären ist nicht hörbar; sie ist ‚anhata’, nicht-geschlagen. Hingegen ist Nada, der hörbare Klang, ‚ahata’, das heisst geschlagen. Durch diesen hörbaren Klang kann sich aber der Mensch mit dem unhörbaren in Einklang bringen. Schon in den ältesten Musiktraktaten, deren Geschichte über zweieinhalbtausend Jahre zurückreicht, steht die Überzeugung im Mittelpunkt, dass der Musiker, was in Indien bis ins 20. Jahrhundert der Sänger bedeutet, Gefühle und Gedanken evozieren kann, die jenseits unserer rationalen Denk- und Sprechfähigkeit liegen. ...Dhrupad ist in erster Linie religiöse Musik. Die Aufführung eines Ragas soll das Publikum nicht unterhalten; er stellt vielmehr ein Gebet dar, einen Ausdruck religiöser Gefühle, und versucht, im Zuhörer das Bewusstsein Gottes zu erwecken. Ursprünglich wurde Dhrupad – oder seine Vorläufe – ausschliesslich in Tempeln gesungen: der Sänger stand der Gottheit gegenüber, eventuelle Zuhörer saßen hinter ihm. ... Diverse Aspekte der Yoga-Disziplin, z.B. Asana, Pranayama und Dhyana, sind ein unerlässlicher Bestandteil der Aufführungskunst.
Text von Raga Miyan Ki Todi ‘So klug wie du bist, o du mein Geist, der du alles weisst über die Ragas, die Worte, ihre Bedeutung und die Feinheiten der Sprache. Aber täusche dich nicht! Denn dies – der erste, ursprüngliche Klang – ist zu tief für uns, unergründlich und jenseits des Wissens. Um ihn zu erfassen braucht es kein Lernen sondern Gnade.'
Text aus CD-inlet von ‘Dagar Brothers, Raga Miyan Ki Todi’, jecklin disco
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