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Startseite Inspiration/ Resourcen Texte & Auszüge Natur und Ökologie / Kreise

Natur und Ökologie / Kreise

„Ihr habt bemerkt, dass alles, was ein Indianer tut, sich in Kreisläufen vollzieht. Das geschieht, weil die Kräfte des Himmels und der Erde auch in Kreisen wirken und weil alles versucht rund zu sein. In den alten Zeiten, als wir eine starke und glückliche Nation waren, schöpften wir alle Kraft aus dem heiligen Ring des Volkes, und solange der Ring unverletzt war, gedieh unser Volk. Der blühende Baum war der lebendige Mittelpunkt des Ringes, und der Kreis der vier Windrichtungen nährte ihn. Der Osten verlieh Frieden und Licht, der Süden wärme, der Westen brachte Regen und der Norden mit seinen kalten und heftigen Winden Stärke und Ausdauer. Wir wissen davon, weil unsere Religion und von der jenseitigen Welt erzählt. Alle Kräfte der Welt wirken in Kreisen. Der Himmel ist rund, und wie ich hörte, ist die Erde rund wie eine Kugel und ebenso alle  Sterne. Wenn der Wind am heftigsten weht, bildet er runde Wirbel. Die Vögel bauen ihre Nester kreisrund, denn sie haben die gleiche Religion wie wir. Die Sonne geht in einem Kreis auf und wieder unter. Der Mond macht es ebenso, und beide sind rund.
Sogar der Wechsel der Jahreszeiten bildet einen großen Kreis und kehrt immer wieder dorthin zurück, wo er begann. Das Leben der Menschen ist ein Kreis – von der Kindheit zur Kindheit -, und so ist es mit allem, worin sich die Kraft der Welt regt. Unsere Tipis waren rund wie die Nester der Vögel, und immer waren sie in einem Kreis aufgestellt, dem Ring des Stammes, einem Nest aus vielen Nestern, in dem nach dem Willen des Grossen Geistes unsere Kinder geboren wurden.“

Black Elk

Auszug aus ‚Touch the Earth, A Self-Portrait of Indian Existence’, zusammengestellt von T.C. McLuhan, promontory press, ny, 1971
Titel der deutschen übersetzung ‚Wie der Hauch eines Büffels im Winter’, Hoffmann und Campe, 1981

 

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